In der Geschichte der Bewohner des Hauses spiegelt sich auch die Geschichte des Fischerviertels wider. Wurde das Haus einst von wohlhabenden Fischern bewohnt, kamen später andere Handwerker hinzu. Im Zuge der Industrialisierung setzte ein Verelendungsprozess ein, der zur Folge hatte, dass sich auch arme Schweinehirten und Fabrikarbeiter hier einmieteten.
Malerisch an der Blau gelegen, ist das Schiefe Haus eines der schönsten und meist fotografierten von vielen typischen Fachwerkhäusern, die dem Fischerviertel sein fast schon venezianisches Flair verleihen. Gegenüber dem Schiefen Haus liegt die Ulmer Münz. Ihren Namen erhielt sie durch die Nutzung als Münzprägestätte zwischen 1620 und 1624. Aber schon im 11. Jahrhundert wurde in der Pfalz „Ulmer Geld“ geschlagen. In wirtschaftlich florierenden Zeiten war Ulmer Geld tatsächlich eine harte Währung. Aus der Hochblütezeit der Reichsstadt stammt auch das berühmte Sprichwort:
Venediger Macht, Augsburger Pracht, Straßburger,G‘schütz, Nürnberger Witz und Ulmer Geld regiert die Welt!
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